Seit langem hat Robin mal wieder einen freien Tag, keinen der spontan gestrichen wird, keinen mit Bereitschaft und Pager in der Tasche, keinen mit dem Gefühl, dass gleich doch noch jemand anruft. Einfach frei. Es ist fast schon ungewohnt. Sie fährt zur WG und merkt erst unterwegs, wie sehr sie sich auf ein paar ruhige Minuten mit Niko gefreut hat.

Vor dem Haus ist es still. Drinnen erfährt sie schnell, dass er nicht da ist. Er ist im Rathaus. Robin runzelt leicht die Stirn. Es ist Sonntag. Seit er das Bürgermeisteramt angenommen hat, sehen sie sich noch seltener als vorher. Sie weiß, dass gerade alles auf ihm lastet. Die Entscheidung mit der Autobahn, die Beschwerden aus dem Dorf, der Papierkram, der sich jeden Tag weiter auftürmt. Sie versteht das alles.

Der rote Audi hält vor dem Gebäude, der Platz davor ist leer, nur in einem der oberen Fenster brennt Licht. Drinnen hallen ihre Schritte durch den Flur, der nach Reinigungsmittel und alten Akten riecht. Sie klopft nicht, sondern drückt einfach die Klinke herunter. Niko sitzt über seinen Unterlagen gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Krawatte locker, der Schreibtisch übersät mit Ordnern, Zetteln und halb ausgetrunkenen Kaffeebechern.

Robin bleibt einen Moment im Türrahmen stehen und sieht ihn an. „Hier bist du ja.“ sagt sie und lächelt.

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        9 days ago

        Robin runzelt leicht die Stirn, noch immer zwischen Verwirrung und wachsender Anspannung.

        Moment… die wollen den Autobahnausbau verhindern?

        Robin spricht jetzt leiser, eindringlicher.

        Niko… hast du die wichtigen Unterlagen dazu hier rausgeholt? Die Pläne, die Genehmigungen, alles? Wenn Anni und Kalle wirklich hier drin sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie die finden. Und wenn die weg sind oder zerstört werden… dann hast du ein richtiges Problem.

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            9 days ago

            Gut, dass die Kopien schon raus sind. Dann können sie zumindest nichts mehr einfach verschwinden lassen. Aber den Stick solltest du vielleicht mir geben. Nur vorübergehend. So wäre es am sichersten für alle.

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                9 days ago

                Robin blinzelt einmal. Dann setzt sie ein ruhiges Lächeln auf, das sie sonst bei übermüdeten, gereizten Patienten nutzt.

                Niko… jetzt atme mal kurz durch, ja? Ich gehöre zu wem denn bitte? Den Autobahnverschwörern? Oder den Rathaus-Einbrechern?

                Sie tritt einen Schritt näher und senkt die Stimme.

                Ich will dir helfen. Nicht mehr und nicht weniger. Du bist müde… Gestresst… Und gerade ein bisschen paranoid… Verständlich bei dem Chaos hier… Aber ich steh auf deiner Seite, okay?

                • Niko steht erschrocken auf und geht auf Abstand zu Robin

                  Doch…doch. Das erklärt es! An dem Tütengemüse kommt doch niemand vorbei, aber du bist einfach so hier reinspaziert…und das soll ich glaube…Komm nicht näher!

                  Was haben sie die Geboten‽ Womit wurdest du gekauft!?

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                    8 days ago

                    Robin hält sofort inne. Die Hände gehen langsam ein Stück nach oben, offen und harmlos.

                    Niemand hat mich gekauft. Und niemand hat mir irgendwas geboten. Ich bin einfach reingegangen. Manchmal ist auffällig am unauffälligsten, oder? Und ganz ehrlich? Wenn irgendwer versuchen würde, mich zu bestechen, wär das ziemlich schlecht investiertes Geld. Ich bin Ärztin, kein Spion. Ich versteh, dass das mit der Autobahn, der Besetzung und dem ganzen Druck viel ist. Aber ich bin nicht dein Gegner.

                  • Aue,biste bescheuert. Dat Fräulein will da helfen und du bis dann so drauf,he. Stell disch ruhisch jejen alle,dann siehste wat de davon hast.* Er deutet auf das kaputte Fenster.* Jut,aba isch bin eh nur hier ummen Paketschn vorbeizubringen.

                    Patrick legt das Paket auf den Tisch und tippt ein paar Sachen in den Scanner ein.

                    Du,und janz ehrlisch,isch find dat rischtisch Scheiße wat de da mit der Autobahn vor has,aba dat mittem Rathaus besetzen,dat find isch jenauso drübba. Kanns dir also sischer sein,dat isch und die da draußen dir nix tun werden.