Das TSG hat von Trans Personen verlangt, dass diese für die Änderung von Namen/Geschlechtseintrag mehrere Gutachten vorlegen mussten und das ganze musste dann von einem Richter abgesegnet werden. Alles in allem ein ziemlich entwürdigender und langer Prozess. Mittlerweile geht das zum Glück mit 2 Besuchen beim Standesamt. Ohne irgendwelche Formalia außer dem Unterschreiben einer Persönlichen Erklärung und einer 3 monatigen Bedenkzeit.
Naja eine Verbesserung ist es vielleicht, aber das SBGG enthält immer noch einiges an transphobem und transmisogynem Mist
Trotzdem ganz froh, dass ich nicht zum Gericht musste um meinen Namen+Geschlecht amtlich zu ändern
Das SBGG ist besser, weil es nicht ein Dutzend mal verfassungsfeindlich laut BVerfG ist.
Gleichzeitig kann ich auch nicht lieben sagwn, da es auch wieder Bullshit enthält:
- Geflüchtete Menschen werden ausdrücklich diskriminiert.
- Für intergeschlechtliche Menschen ist es umständlicher geworden.
- Es erlaubt Menschen nicht nur den Vornamen zu ändern ohne Geschlechtseintragänderung. Wer zu einem vorherigen Geschlechtseintrag wechselt muss die alten Vornamen annehmen.
- Das Offenbarungsverbot ist stark abgeschwächt, sollten wir eine Rechtsextreme Regierung bekommen wird es für die leichter & schneller Rosa Listen anzulegen. -> Siehe Innenministerium Baden-Württemberg
- Komischer juristischer Verweis aufs Hausrecht um Angst vor den bösen “unechten” trans Frauen zu schüren.
- Unnötige Fristen um Vorurteile von Unentschlossenheit zu schüren.
- Regelung im Militärischen “Spannungsfall” wieder um Vorurteile zu schüren und Kanonenfutter sicherzustellen.
Habe mal nen Vortrag von einer der wenigen feministischen Rechtswissenschaftsprofessorinnen gehört.
Kannst du Punkt 2 und 7 nochmal genauer ausführen?
Davor brauchten sie ein ärztliches Attest und konnten es sogort ändern. Jetzt haben sie die selben Wartefristen, Vorgaben etc. wie trans Menschen bekommen.
Es wird die Angst aufgenommen Menschen könnten ihren Geschlechtseintrag von männlich wegwechseln um einer Einziehung zu entgehen. Das fördert Misstrauen und impliziert, dass der Staat sich vorbereitet Männer in die Armee zu verpflichten auch gegen deren Willen.
Einige der Punkte kannte ich schon, aber nicht ansatzweise so viele. Hast du irgendwo den Vortrag, weil das interessiert mich jetzt auch.
Bei mir ist es ein Stück weit aber auch persönlich, weil es halt meine Bedürfnisse komplett abgedeckt hat.
https://qzm-rn.de/event/ulrike-lembke/
Nö wurde nicht aufgezeichnet, vllt findest du mehr bei über sie und ihre Publikationen oder kannst ihr ne Email schreiben oder sowas
Ein rießiger Sprung vorwärts, ohne Frage. Gleichzeitig natürlich einige Änderungen, die einfach würdelos sind. Bspw. wurde beim TSG der Deadname nicht gespeichert, beim SBGG eben schon.
Bspw. wurde beim TSG der Deadname nicht gespeichert, beim SBGG eben schon.
Macht das auf einer rein administrativen Ebene (!) nicht Sinn? Man möchte doch wissen, wer in der Vergangenheit unter welchen Namen gehandelt hat, auch wenn es der “falsche” Name gewesen ist.
Sagen wir, du hast vor 15 Jahren unter deinem Deadname eine Anzeige bei der Polizei gemacht und heute kommt raus, dass das bei einem aktuellen Fall behilflich sein könnte. Ohne die Info stelle ich mir das schwierig vor.
Der Schutz der Person überwiegt aber deutlich solche konstruierten Beispiele, vor allem in der jetzigen Zeit. Vor allem, wenn in Deutsche Politiker in der Regierung gibt, die gerne wieder Listen über transgeschlechtliche Menschen führen wollen.
Ist natürlich eine Frage, wie das im Detail umgesetzt wird. Eine staatliches “Transsexuellen-Register” ist, wie die anderen “Listen-Ideen” (psychisch Kranke,…) von irgendwelchen Politikern natürlich Schwachsinn, da sind wir uns hoffentlich alle einig.
Aber das reine Vermerken der Namen, unter denen man mal geschäftsfähig war, ob nun Deadnames, gebürtige Nachnamen, etc, sehe ich wirklich nicht so kritisch, zumal der Staat schon wissen muss, wer eigentlich wer ist und war.
Alternativ dazu kann man das natürlich auch mit einer Personennummer machen, wie die Schweden, da ist eine Identifizierung und Zuordnung auch vollkommen ohne Namen ein Leben lang möglich. Ist hierzulande aber meines Wissens nicht sehr populär.
Aber das reine Vermerken der Namen, unter denen man mal geschäftsfähig war, ob nun Deadnames, gebürtige Nachnamen, etc, sehe ich wirklich nicht so kritisch, zumal der Staat schon wissen muss, wer eigentlich wer ist und war.
Finde ich nicht, dass der Staat das wissen muss. Aber kurze Frage: Betrifft es dich selber? Soll kein Angriff sein, ich habe nur öfters schon gemerkt, dass Menschen, die es eben nicht betrifft, sich dem Ausmaß der Verfolgung und der Gefährdung von Trans-Menschies nicht so bewusst sind (wie auch).
Alternativ dazu kann man das natürlich auch mit einer Personennummer machen, wie die Schweden, da ist eine Identifizierung und Zuordnung auch vollkommen ohne Namen ein Leben lang möglich. Ist hierzulande aber meines Wissens nicht sehr populär.
Das fände ich eine wesentlich bessere Lösung, ja.
Finde ich nicht, dass der Staat das wissen muss.
Da kann man sich natürlich super streiten. In unserem Kulturraum machen wir das seit Ewigkeiten. Erst in Kirchenbüchern, seit ca. 150 Jahren in staatlichen Registern: wer wurde wann und wo geboren, heiratete, bekam Kinder und starb. Gibt natürlich auch Länder wie bspw Amerika, die das kulturell für einen Millimeter vor Tyrannei halten und andererseits Länder wie besagtes Schweden, wo das ganze noch viel gläserner ist. Darüber kann man gerne mal grundsätzlich diskutieren, wie wir das haben wollen.
Nur innerhalb dieses jetzigen Systems fände ich es komisch, wenn eine bestimmte Gruppe der Bevölkerung quasi ‘aus dem Nichts’ erscheinen soll, da dem ja nicht so ist. Man hat ja trotzdem eine Vergangenheit, hat unter diesem Namen Verträge abgeschlossen, ist tätig gewesen, hat gelebt und existiert.
Ich kann sehr gut verstehen, dass man selber einen harten Cut haben möchte und nicht mehr mit dem Deadname konfrontiert werden will. Doch statistisch existiert ja der gleiche Mensch weiter, erst unter dem ‘falschen’, jetzt unter dem ‘richtigen’ Namen. Kannst du den Gedanken gar nicht nachvollziehen?
Aber du hast natürlich auch vollkommen recht, dass man als nicht unmittelbar selbst betroffener natürlich anders auf die Dinge blickt und gewisse Sensibilitäten schnell fehlen. Darum stimme ich dir auch zu, dass eine Lösung wie diese schwedische Personennummer die beste Lösung wäre: der Staat hat seine Zuordnung, der Mensch jedoch die Sicherheit, aus dieser Info keine Stigmatisierung oder gar Verfolgung befürchten zu müssen.
Im TSG waren die hürden auf jeden Fall deutlich höher.
Übrigens ist Baden Württemberg gerade dabei ein Register von Trans* Personen anzulegen und in der Begründung des Innenministeriums wurde gesagt Offenbarungsverbot gelte nur für Privatpersonen und nicht für Ministerien, außerdwm wurden wir mit Rechtsextremisten und Islamisten verglichen.
zumal der Staat schon wissen muss, wer eigentlich wer ist
Smk 😔

Keine Ahnung, warum einige der Meinung sind, anderer Leute Selbstwahrnehmung sei etwas, wo man was mitzureden hätte, also gut, dass hier mittlerweile ein paar weniger Steine im Weg liegen.
Der Prozess an sich ist echt sehr angenehm. Ich würde vielleicht argumentieren, dass die 3 Monate Bedenkzeit durchaus etwas weniger sein könnte 4-6 Wochen würde ich sagen). Was doof ist, das halt immer noch der alte Vorname/Geschlechtseintrag gespeichert wird, das also theoretisch Rückverfolgbar ist. Die Bearbeitungsgebühr von 25€ ist eigentlich auch frech, aber sowas sollte generell verboten werden.
Ich hab damals auch 25€ bezahlt, um aus der Kirche zu kommen. Versteht man beides nicht, aber naja.
Naja, ich denke schon, aus Gründen der Zuordnung muss das mit der Speicherung des alten Namens und Geschlechts sein, sonst wäre das denke ich sehr leicht zu missbrauchen für andere Zwecke. Ist aber nur gespeichert und steht nirgendwo sichtbar und lesbar, oder?
Wenn es gespeichert ist, ist es auch lesbar.
Deswegen wäre es aus dieser Perspektive betrachtet sinnvoll, nicht mit Namen zu unterschreiben, sondern mit einer einzigartigen Signatur, eine UUID, wenn man so will. Das wäre aber schon irgendwie maximal unmenschlich.
Huh? Aber unterschreiben tue ich doch mit meinem Nachnamen, der ist für diese Betrachtung doch egal, oder verstehe ich was nicht?
Das sind 50 Mark. 100 Ostmark. 1000 Ostmark aufm Schwarzmarkt.
Von den bisherigen !ich_iel@feddit.org-Pfostierungen hätte man 0.003039 % der DDR entschulden können.
Bin echt einfach nur wahnsinnig dankbar, dass Menschen wie uns dieser Weg schon bereitet wurde. Wir stehen auf den Schultern von Riesys <3
Das ist es. Und trotzdem gibts noch mehr als genug dinge die komplett beschissen sind, wo man durch ewig lange dumme Prozesse muss nur um die eigenen Bedürfnisse befriedigten zu können (Ich sage mal nur “Kryokonservation von Spermien”. Habe ne Freundin die das macht und der Prozess ist furchtbar). Wir werden auch weiter für uns eintreten müssen.
Wir werden auch weiter für uns eintreten müssen.
Oh ja, hoffentlich können wir dazu beitragen, dass es für die folgenden Generationen noch besser wird. Wobei ich eher befürchte, dass wir erstmal ein paar Jahre beschäftigt sein werden, den jetzigen Status aufrecht zu erhalten… x(
Die Befürchtung habe ich auch. Wir müssen ja nur mal in die USA schauen. Die tun mir so unfassbar leid, durch diese scheiß durch zu müssen
Fick ja.
@basedredpilled@lemmy.world warum hast du hier denn runtergewählt? Zumal dein Benutzyname ja auf einer Analogie für feminisierende Hormonersatztherapie basiert?
Hab in letzter Zeit einige eher zufällig wirkende Runterwählis aus der lemmy.world-Ecke (aber nicht nur) bekommen - ist ja eine Sache, das bei kontroversen Aussagen zu machen, aber da scheinen einige echt nach Zufallsprinzip vorzugehen. KP was das soll. Vielleicht sogar einfach nur LLM-Bots, die durch zufällige Hoch- und Runterwählis menschlicher erscheinen wollen. Das hier ist natürlich in gewissen Zirkeln schon sehr kontrovers, aber wie viele lemmy.world-Nutzer können überhaupt genug Deutsch, um hier zu wissen, was sie eigentlich runterwählen?
Den Account gibt es seit vorgestern, und dessen Wählis sehen auch iwie weird aus -> Wird wohl ein Bot sein
Was hat die rote Pille aus Matrix mit Hormonersatztherapie zu tun?
Die Filmreihe ist eine Analogie dafür, wie die Welt für Trans-Menschies ist. Auch mittlerweile bestätigt von den Wachowski-Schwestern (die btw. eben auch trans sind).
Zum speziellen Thema rote Pille: In der Zeit der Veröffentlichung war Premarin ein Präparat, das Trans Frauen verschrieben wurde, bzw. was von denen eingenommen wurde. Eine kleine, rote Pille.
Gibt da ein sehr gutes Buch zu, dass Minute für Minute durch die Filme geht und die Analogie aufzeigt: Begin Transmission: The trans allegories of The Matrix von Tilly Bridges
Habe die Filme als Jugendliche"r" schon geliebt, aber die Metapher natürlich überhaupt nicht verstanden. Aber jetzt, es ist alles soo offensichtlich, jeder Dialog passt wie die Faust aufs Auge. Habe damals nie verstanden, wieso das Orakel Neo nicht sagt, dass er der Auserwählte ist.
Und dass der Film plötzlich so durch und durch Sinn macht, wenn man ihn aus der richtigen Perspektive guckt, setzt der Metapher einfach nochmal eine Metametapher drauf. Mein Leben macht plötzlich auch von vorne bis hinten Sinn, weil ich’s endlich verstanden habe :3
Ging mir auch so :3






